Google Ads Anzeigen als «sponsored» markiert

Für Werbetreibende bedeutet dies eine potenziell höhere Klickrate, aber auch eine gestiegene Verantwortung für die Qualität der Anzeigen und Landingpages, da die Grenze zu organischen Ergebnissen verschwimmt.
Google Ads Sponsored
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Google Ads Anzeigen als «sponsored» markiert

Du hast es vielleicht schon bemerkt: In den Google-Suchergebnissen hat sich eine kleine, aber feine Änderung ergeben. Das altbekannte „Anzeige“-Label, das bezahlte Suchergebnisse kennzeichnet, wurde durch das Wort „sponsored“ ersetzt. Auf den ersten Blick mag das wie eine rein kosmetische Anpassung wirken. Doch als langjähriger Beobachter der Online-Marketing-Welt kann ich dir sagen: Solche Änderungen bei Google sind selten zufällig und haben oft weitreichendere Implikationen, als man zunächst vermuten mag. In diesem Beitrag tauchen wir tief in die Materie ein, analysieren die möglichen Gründe für diese Änderung und beleuchten, was das neue Label für dich als Werbetreibenden, aber auch für das allgemeine Nutzerverhalten bedeutet.

Warum ändert Google das Anzeigen-Label? Ein Blick hinter die Kulissen

Google ist dafür bekannt, seine Plattform kontinuierlich zu optimieren. Dabei geht es nicht nur um die Verbesserung der Suchalgorithmen, sondern auch um die Gestaltung der Suchergebnisseite (SERP). Jedes Element, von der Farbe eines Links bis hin zur Formulierung eines Labels, wird auf seine Wirkung getestet. Die Umstellung von „Anzeige“ auf „sponsored“ ist das Ergebnis umfangreicher A/B-Tests und Nutzerstudien. Doch was sind die genauen Beweggründe?

Ein zentraler Aspekt ist die internationale Vereinheitlichung. In vielen englischsprachigen Ländern war der Begriff „Sponsored“ bereits seit einiger Zeit Standard. Mit der globalen Angleichung schafft Google ein einheitliches Nutzererlebnis und vereinfacht die eigene Kommunikation und Dokumentation. Es ist ein logischer Schritt in einer globalisierten Welt, in der Nutzer nahtlos zwischen verschiedenen Sprach- und Länderversionen der Suche wechseln.

Ein weiterer, und vielleicht noch wichtigerer Grund, liegt in der Psychologie der Nutzerwahrnehmung. Das Wort „Anzeige“ (oder „Ad“ im Englischen) hat für viele Nutzer eine leicht negative Konnotation. Es wird oft direkt mit Werbung assoziiert, der man tendenziell misstraut oder die man sogar bewusst ignoriert – ein Phänomen, das als „Banner-Blindheit“ bekannt ist. Der Begriff „sponsored“ hingegen klingt subtiler und transparenter. Er impliziert, dass der Inhalt von einem Dritten finanziert wurde, was der Wahrheit entspricht, ohne den direkten werblichen Charakter in den Vordergrund zu stellen. Studien haben gezeigt, dass Nutzer auf dezentere Kennzeichnungen weniger abwehrend reagieren. Google könnte also darauf abzielen, die Akzeptanz und die Klickrate (CTR) von bezahlten Anzeigen zu erhöhen, indem die Kennzeichnung weniger aufdringlich gestaltet wird.

Die Psychologie hinter dem Wording: „Sponsored“ vs. „Anzeige“

Die Entscheidung für den Begriff „sponsored“ ist ein cleverer Schachzug aus psychologischer Sicht. Während „Anzeige“ eine klare, kommerzielle Absicht signalisiert und bei vielen Nutzern eine über die Jahre antrainierte „Werbe-Abwehrhaltung“ aktiviert, wirkt „sponsored“ deutlich weicher. Es suggeriert eine Partnerschaft oder Unterstützung, anstatt einer direkten Verkaufsabsicht. Diese subtile Neupositionierung kann die kognitive Belastung des Nutzers reduzieren und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der Inhalt zumindest in Erwägung gezogen wird. Man spricht hier auch von einer Verringerung der Reaktanz – dem inneren Widerstand gegen empfundene Beeinflussungsversuche.

Stell dir vor, du liest eine Zeitschrift. Ein als „Anzeige“ gekennzeichneter Artikel wird oft sofort als werblich eingestuft und möglicherweise übersprungen. Ein Beitrag mit dem Vermerk „Dieser Inhalt wurde von Marke X gesponsert“ wird hingegen oft mit einer anderen Erwartungshaltung gelesen. Man erwartet zwar immer noch einen gewissen Markenbezug, aber oft auch einen informativen Mehrwert. Google versucht, diesen Effekt auf die digitale Welt zu übertragen. Das Ziel ist es, die Grenze zwischen organischen und bezahlten Inhalten so zu gestalten, dass sie für den Nutzer weniger störend ist, aber dennoch den Transparenzrichtlinien entspricht. Erste Daten deuten darauf hin, dass diese Strategie aufgehen könnte. Einige Analysen zeigen bereits einen durchschnittlichen Anstieg der Klickraten von 11,4 % auf über 13 % in den ersten Wochen nach der Umstellung. Ein Indiz dafür, dass die neue Kennzeichnung tatsächlich zu mehr Interaktion führt.

Auswirkungen auf deine Google Ads-Kampagnen: Was ändert sich in der Praxis?

Für dich als Werbetreibenden stellt sich nun die Frage: Was bedeutet das konkret für meine Kampagnen? Die offensichtlichste Auswirkung ist die bereits erwähnte potenzielle Steigerung der Klickrate. Eine höhere CTR ist grundsätzlich positiv, da sie auf eine höhere Relevanz und Akzeptanz deiner Anzeigen hindeutet. Doch es gibt weitere Aspekte zu beachten.

Steigende Bedeutung der Anzeigenqualität

Da die Kennzeichnung subtiler wird, rückt die Qualität deiner Anzeige noch stärker in den Fokus. Nutzer, die den „sponsored“-Hinweis vielleicht übersehen oder anders interpretieren, klicken womöglich mit der Erwartung, auf ein organisches Ergebnis zu stoßen. Umso wichtiger ist es, dass deine Landingpage diese Erwartungshaltung erfüllt. Eine hochwertige, relevante und nutzerfreundliche Landingpage ist entscheidend, um die neu gewonnenen Klicks auch in Conversions umzuwandeln. Enttäuschte Nutzer, die schnell wieder abspringen, signalisieren Google eine schlechte Nutzererfahrung, was sich langfristig negativ auf deinen Qualitätsfaktor und deine Anzeigenkosten auswirken kann.

Deine Anzeigentexte müssen präzise und überzeugend sein. Sie sind das erste, was ein Nutzer sieht, und müssen in Sekundenbruchteilen überzeugen. Teste verschiedene Formulierungen, hebe deine Alleinstellungsmerkmale (USPs) hervor und sprich die Sprache deiner Zielgruppe. Die Relevanz zwischen Suchanfrage, Anzeigentext und Landingpage-Inhalt ist der heilige Gral für erfolgreiche Google Ads-Kampagnen.

Der Kampf um die organische Reichweite

Die Kehrseite der Medaille ist der potenzielle Rückgang der Klickrate für organische Suchergebnisse. Wenn bezahlte Anzeigen unauffälliger werden und mehr Klicks erhalten, gehen diese Klicks zwangsläufig den organischen Ergebnissen verloren. Für Unternehmen, die stark auf ihre organische Sichtbarkeit angewiesen sind, bedeutet dies, dass die Suchmaschinenoptimierung (SEO) noch wichtiger wird. Eine Top-Platzierung in den organischen Ergebnissen bleibt ein unschätzbar wertvolles Gut. Die Kombination aus einer starken SEO-Strategie und effizienten Google Ads-Kampagnen wird damit zur entscheidenden Doppelstrategie für nachhaltige Sichtbarkeit.

Das „Gesponserte Ergebnisse ausblenden“-Feature: Eine neue Variable im Spiel

Gleichzeitig mit der Einführung des „sponsored“-Labels hat Google eine weitere Funktion getestet und teilweise ausgerollt: einen Button, mit dem Nutzer gesponserte Ergebnisse komplett ausblenden können. Dies gibt den Nutzern mehr Kontrolle, stellt für Werbetreibende aber auch eine neue Unsicherheit dar. Es ist schwer abzuschätzen, wie viele Nutzer diese Funktion aktiv nutzen werden. Es unterstreicht jedoch einmal mehr die Notwendigkeit, relevante und ansprechende Anzeigen zu schalten. Nur wer dem Nutzer einen echten Mehrwert bietet, wird auch in einer Welt, in der Werbung aktiv ausgeblendet werden kann, erfolgreich sein.

Handlungsempfehlungen: So optimierst du deine Kampagnen für die neue SERP-Ära

Die Änderung des Anzeigen-Labels ist kein Grund zur Panik, sondern ein Anlass, die eigenen Strategien zu schärfen. Die Grundprinzipien erfolgreicher Werbung bleiben bestehen, doch ihre Bedeutung wächst. Hier sind konkrete Handlungsempfehlungen, die du jetzt umsetzen solltest:

1. Perfektioniere deine Anzeigentexte

Deine Anzeige ist der erste Kontaktpunkt. Sie muss relevanter und überzeugender sein als je zuvor.

  • Keyword-Relevanz meistern: Stelle sicher, dass deine Hauptkeywords prominent in den Anzeigentiteln erscheinen. Gruppiere deine Anzeigengruppen noch themenspezifischer, um eine maximale Übereinstimmung zwischen Suchanfrage und Anzeigenbotschaft zu gewährleisten.
  • Vorteile statt Merkmale: Kommuniziere glasklar, welchen Nutzen dein Angebot dem Kunden bringt. Statt „16 GB RAM“ schreibe „Müheloses Multitasking ohne Wartezeiten“. Formuliere dein einzigartiges Verkaufsversprechen (USP) so, dass es sofort ins Auge sticht.
  • Klarer Call-to-Action (CTA): Sag dem Nutzer unmissverständlich, was er tun soll. „Jetzt entdecken“, „Angebot sichern“ oder „Kostenlos beraten lassen“ sind klare Handlungsaufforderungen, die die Klickwahrscheinlichkeit erhöhen.
  • Nutze Anzeigenerweiterungen voll aus: Sitelinks, Snippets, Preis- und Standorterweiterungen bieten wertvollen zusätzlichen Platz, um Informationen zu vermitteln und Vertrauen aufzubauen. Sie machen deine Anzeige größer und auffälliger – ein entscheidender Vorteil.
  • A/B-Tests als Daueraufgabe: Höre niemals auf zu testen. Variiere Anzeigentitel, Beschreibungen und CTAs, um herauszufinden, welche Kombinationen die beste Performance liefern. Kontinuierliche Optimierung ist der Schlüssel zum Erfolg.

2. Baue erstklassige Landingpages

Ein Klick ist nur die halbe Miete. Die Landingpage entscheidet über den Erfolg.

  • Nahtlose Konsistenz: Die Landingpage muss das Versprechen der Anzeige nahtlos fortführen. Die Überschrift, die Bildsprache und das zentrale Wertversprechen müssen sofort wiedererkennbar sein. Jede Inkonsistenz führt zu Verwirrung und Absprüngen.
  • Fokus und Klarheit: Eine Landingpage sollte ein einziges, klares Ziel haben. Entferne alle ablenkenden Elemente wie unnötige Navigation oder Pop-ups. Das Design muss sauber, das Layout intuitiv und die Botschaft auf den ersten Blick verständlich sein.
  • Mobile First und Ladezeit: Der Großteil der Suchen findet mobil statt. Optimiere deine Landingpage kompromisslos für mobile Endgeräte. Jeder Millisekunde Ladezeit zählt. Langsame Seiten sind Conversion-Killer.
  • Vertrauen schaffen: Integriere vertrauensbildende Elemente. Kundenbewertungen, Testimonials, bekannte Logos (z.B. von Zahlungspartnern oder Zertifikaten) und transparente Informationen zu deinem Unternehmen sind unerlässlich.

3. Überwache deine Performance und passe deine Strategie an

Behalte deine Kennzahlen genau im Auge. Beobachte, wie sich die CTR deiner Anzeigen und die Conversion-Rate deiner Landingpages entwickeln. Vergleiche die Performance vor und nach der Umstellung. Achte auch auf die Entwicklung deiner organischen Rankings und der CTR deiner organischen Suchergebnisse. Diese Daten sind die Grundlage für fundierte Entscheidungen und die kontinuierliche Anpassung deiner Marketingstrategie.

Häufig gestellte Fragen zum Thema:

Was genau ändert sich bei der Kennzeichnung von Google Ads?

Google ersetzt die bisherigen Labels wie „Anzeige“ durch ein einheitliches „Sponsored results“ (Gesponserte Ergebnisse). Diese Kennzeichnung deckt nun alle Anzeigenformate ab und wird oft gebündelt am oberen Rand der Suchergebnisseite dargestellt.

Warum hat Google diese Änderung vorgenommen?

Google zielt darauf ab, die Transparenz und Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Die Änderung basiert auf umfangreichen Nutzertests und soll die Unterscheidung zwischen bezahlten und organischen Inhalten erleichtern.

Seit wann ist diese Änderung aktiv?

Die Umstellung auf das neue „Sponsored“-Label wurde im Oktober 2025 weltweit auf Desktop- und Mobilgeräten ausgerollt.

Können Nutzer gesponserte Ergebnisse ausblenden?

Ja, Google hat eine Funktion eingeführt, mit der Nutzer den gesamten Block der bezahlten Anzeigen mit einem Klick ausblenden können, um sich auf die organischen Suchergebnisse zu konzentrieren.

Wie wirkt sich das neue Label auf die Klickraten (CTR) aus?

Es wird erwartet, dass die Klickrate bei Anzeigen potenziell steigt, da die Kennzeichnung subtiler ist. Gleichzeitig könnte die CTR von organischen Ergebnissen sinken. Für Werbetreibende bedeutet dies, dass die Qualität und Relevanz der Anzeigen noch wichtiger werden, um Nutzer zu überzeugen.

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Benjamin
Benjamin Mylius ist nicht nur ein SEO-Experte und Programmierer; er ist der Architekt, der Ihre KMU-Webseite in eine digitale Erfolgsgeschichte verwandelt. Mit fast 13 Jahren Erfahrung und über 1200 betreuten Kunden weiß er genau, wie man komplexe digitale Herausforderungen in klare, messbare Ergebnisse umwandelt. Von der Steigerung Ihrer Sichtbarkeit bis zur Absicherung Ihrer Systeme – Benjamin Mylius navigiert Ihr Unternehmen sicher durch die digitale Galaxis. Er spricht Ihre Sprache, nicht Fachchinesisch, und liefert Lösungen, die wirklich zählen.