Es gibt Momente, in denen eine Technologie nicht einfach einen Schritt weitergeht, sondern das gesamte Spielfeld umgräbt. Das letzte Mal, als Google so eine Zäsur auslöste, war die Einführung von Featured Snippets. Plötzlich bekam die Frage „Wie lange kocht ein Ei?“ ihre Antwort direkt in der Suchmaschine, und viele Website-Betreiber fragten sich, warum der Traffic einbrach, obwohl sie auf Platz 1 standen. Was damals wie ein Ausnahmefall wirkte, war in Wirklichkeit der Beginn eines neuen Musters: Google antwortet selbst, anstatt nur Türen zu öffnen.
Mit dem Google AI Mode ist aus diesem Muster ein System geworden. Kein Experiment mehr, kein Labs-Feature für technikbegeisterte Frühanwender. Seit Oktober 2025 ist der AI Mode in Deutschland für alle aktiv, und bis Mai 2026 nutzen weltweit bereits eine Milliarde Menschen diesen Suchmodus monatlich. Für jeden, der eine Website betreibt, Werbung schaltet oder sich auf organische Sichtbarkeit verlässt, ist das keine abstrakte Nachricht über die Zukunft der Suche. Das ist die Gegenwart, die gerade die eigenen Ranking-Zahlen und Traffic-Berichte neu schreibt.
Wie verändert der AI Mode konkret das Nutzerverhalten? Was passiert mit dem organischen Traffic, wenn Google nicht mehr auf Websites verlinkt, sondern Antworten direkt liefert? Und vor allem: Welche Strategie braucht ein Unternehmen in Schleswig-Holstein, in Kiel oder in Schleswig, um in dieser neuen Welt sichtbar zu bleiben? Diese Fragen beantwortet dieser Beitrag, fundiert auf aktuellen Daten und konkreten Handlungsempfehlungen.
Was der Google AI Mode genau ist und warum er sich von allem Bisherigen unterscheidet
Wer den AI Mode zum ersten Mal sieht, erkennt sofort: Das ist keine Liste mit blauen Links mehr. An deren Stelle steht eine ausführliche, konversationelle Antwort, generiert von Googles KI-Modell Gemini, die Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenfasst, kommentiert und mit kurzen Quellenangaben versieht. Der Nutzer fragt, die KI antwortet, und die Webseiten dahinter werden nur noch als Fußnoten sichtbar.
Technisch funktioniert das über eine Methode, die Google intern „Query Fan-Out“ nennt. Wenn du eine Frage stellst, zerlegt die KI sie in dutzende oder sogar hunderte verwandte Suchanfragen, die gleichzeitig gegen Googles Index, den Shopping Graph und den Knowledge Graph laufen. Die Ergebnisse werden synthetisiert, gewichtet und in einem kohärenten Text ausgegeben. Dabei greift AI Mode auf Googles Gemini-Modell zurück, seit Januar 2026 läuft es auf Gemini 3, seit einigen Wochen ist Gemini 3.5 Flash der weltweite Standard.
Das klingt nach technischem Hintergrundwissen, aber der entscheidende Punkt für jeden Marketer ist ein anderer: AI Mode ist kein zusätzliches Feature neben der klassischen Suche. Es ist ein Paradigmenwechsel in der Beziehung zwischen Nutzer, Suchmaschine und Webseite. Statt zehn Ergebnisse anzubieten, aus denen der Nutzer wählt, trifft Google diese Auswahl selbst und liefert das Destillat.
Die Einführung verlief in klar definierten Stufen. USA im Mai 2025, Großbritannien im Juli 2025, Indien im August 2025, Deutschland, Österreich und die Schweiz im Oktober 2025, und bis November 2025 war der AI Mode in über 180 Ländern verfügbar. Auf dem Google I/O im Jahr 2026 kam die nächste Eskalationsstufe: „Search Agents“, also KI-Agenten, die rund um die Uhr das Internet überwachen und proaktiv Informationen zusammenstellen, ohne dass der Nutzer überhaupt aktiv suchen muss.
Die Frage ist nicht mehr, ob dieser Wandel real ist. Die Frage ist, wie du dich dazu verhältst.
Die harte Wahrheit: Was der AI Mode mit deinen Traffic-Zahlen macht
Viele SEO-Berichte der letzten Monate lasen sich wie Kassandrarufe. Organischer Traffic bricht ein. Publisher verlieren im zweistelligen Prozentbereich. Die CTR des ersten organischen Suchergebnisses fällt von 27 Prozent auf 11 Prozent, sobald ein AI Overview ausgespielt wird, das zeigen aktuelle Sistrix-Daten für den deutschsprachigen Markt. Das Reuters Institute hat 280 Führungskräfte aus der Verlagsbranche befragt, und sie erwarten im Durchschnitt einen Rückgang des Such-Traffics um 43 Prozent über die nächsten drei Jahre.
Das klingt nach einer Katastrophe. Und für bestimmte Website-Typen ist es das auch: Informationsseiten, die bisher mit „Was ist X?“ oder „Wie funktioniert Y?“ Traffic generierten, verlieren massiv. Wer Nutzer mit Antworten auf einfache Wissensfragen anzog, muss feststellen, dass Google diese Antworten jetzt selbst gibt.
Aber dann kommt die überraschende Gegenperspektive: Eine umfangreiche Graphite-Analyse aus dem Jahr 2026, die über 40.000 der größten US-Websites ausgewertet hat, zeigt, dass der durchschnittliche Traffic-Rückgang gerade einmal 2,5 Prozent beträgt. Manche Branchen verlieren bis zu 10 Prozent, andere wachsen. Und Websites, die in den AI-Antworten als Quellen zitiert werden, erleben etwas Erstaunliches: Der AI-referenzierte Traffic ist im Jahresvergleich um 527 Prozent gestiegen, laut dem Previsible AI Traffic Report 2025.
Das ist das eigentliche Signal, das hinter den Angst-Headlines steckt. Der AI Mode vernichtet nicht pauschal Traffic. Er verteilt ihn nach neuen Regeln. Die Frage lautet nicht mehr: „Ranke ich auf Seite 1 für dieses Keyword?“ Die Frage lautet: „Werde ich als Quelle zitiert, wenn die KI zu meinem Thema antwortet?“
Das ist der Unterschied zwischen einer Seite, die verliert, und einer Seite, die im neuen System gewinnt.
GEO: Die neue Disziplin, die SEO nicht ersetzt, sondern ergänzt
Generative Engine Optimization, kurz GEO, ist das Schlagwort, das in nahezu jeder relevanten Marketing-Konferenz seit Anfang 2026 fällt. Es beschreibt die Kunst, Inhalte so zu gestalten, dass KI-Systeme sie als zuverlässige Quellen verwenden und in ihren Antworten zitieren. Über 60 Prozent aller Suchanfragen beinhalten 2026 eine KI-generierte Komponente, das macht GEO zur wichtigsten neuen Marketing-Disziplin.
Was GEO von klassischem SEO unterscheidet, ist nicht der Gegensatz, sondern die Verschiebung des Fokus. Klassisches SEO optimiert auf Keywords, Backlinks und technische Rankingsignale. GEO optimiert auf Autoritätssignale, inhaltliche Tiefe, klare Struktur und Quellenglaubwürdigkeit, also auf genau das, was eine KI braucht, um einen Text mit gutem Gewissen zu zitieren.
Konkret bedeutet das: Inhalte müssen Fragen direkt und präzise beantworten, anstatt um den heißen Brei herumzureden. Sie brauchen eine klare Struktur mit aussagekräftigen Zwischenüberschriften, die der KI signalisieren, was wo steht. Sie sollten eigene Daten, Studien oder spezifische Expertise enthalten, also Informationen, die die KI nicht aus zwanzig anderen Quellen gleich oft findet. Und sie müssen aus einer Quelle kommen, die als Autorität erkennbar ist, was E-E-A-T, also Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness, weiterhin relevant und sogar noch wichtiger macht.
Dabei ist ein häufiges Missverständnis zu klären: GEO ist kein Trick, bei dem man die KI mit bestimmten Formulierungen überlistet. Es ist das Ergebnis von echtem inhaltlichem Mehrwert. Die KI zitiert Quellen, die das Beste zu einem Thema sagen, nicht Seiten, die am häufigsten ein Keyword verwenden.
Für Unternehmen, die Dienstleistungen erklären, Probleme lösen, Expertise demonstrieren oder Vertrauen aufbauen wollen, ist der AI Mode deshalb keine Bedrohung, sondern ein Hebel. Wer früh versteht, wie die KI Quellen auswählt, kann sich als Standardreferenz in seiner Nische positionieren, bevor es die Konkurrenz tut.
Die technischen Grundlagen: So funktioniert der AI Mode im Detail
Um zu verstehen, wie man in den AI-Antworten auftaucht, hilft es, die technische Architektur zu kennen, ohne sich in Details zu verlieren. Der AI Mode arbeitet mit sogenannten multimodalen Eingaben: Du kannst nicht nur tippen, sondern auch sprechen, ein Bild hochladen oder die Live-Kamera nutzen, und die KI verarbeitet alle diese Inputs.
Dahinter steckt der Query-Fan-Out-Prozess. Google beschreibt es so: Statt eine Suchanfrage einmal gegen den Index laufen zu lassen, zerlegt die KI sie in viele Teilfragen, die gleichzeitig beantwortet werden. Das erlaubt tiefe, mehrschichtige Antworten auf komplexe Fragen, die in der klassischen Suche vielleicht zehn verschiedene Klicks erfordert hätten.
Im März 2026 begann Google zusätzlich, auf Desktop-Geräten einen „Show More“-Button zu testen, der ein AI-Mode-ähnliches Erlebnis auch im klassischen Suchumfeld ausspielt. Das signalisiert: Die Grenzen zwischen klassischer Suche und AI Mode verschwimmen zunehmend. AI Mode ist nicht eine Nische für Power-User, sondern wird zur Standarderfahrung für den durchschnittlichen Google-Nutzer.
Seit dem Google I/O 2026 kommen „Search Agents“ hinzu. Das sind autonome KI-Agenten, die proaktiv das Netz beobachten und dem Nutzer Zusammenfassungen zu Themen liefern, die ihn interessieren, ohne dass er suchen muss. Ein Nutzer kann etwa angeben, dass er Preisveränderungen für ein bestimmtes Produkt beobachten will, und der Agent benachrichtigt ihn, wenn sich etwas ändert. Das ist keine Suche mehr im klassischen Sinne. Das ist ein persönlicher, KI-gestützter Informationsdienst.
Für Websites bedeutet das: Die Rolle einer Webseite verändert sich. Sie ist nicht mehr primär das Ziel eines Klicks, sondern die Grundlage einer Zitation. Die Frage, die ein Website-Betreiber stellen sollte, ist deshalb: „Warum sollte die KI meinen Inhalt zitieren, und nicht den eines Konkurrenten?“
Lokale Sichtbarkeit in Schleswig-Holstein: Was der AI Mode für KMU bedeutet
In Kiel, Schleswig, Flensburg oder Rendsburg stehen Unternehmen vor der gleichen Herausforderung wie überall, aber mit einer entscheidenden Besonderheit: Lokale Suchen haben eine klare kommerzielle Absicht. Wer „Steuerberater Kiel“ oder „Friseursalon Schleswig“ eingibt, ist in der Regel kurz davor, eine Entscheidung zu treffen.
Und genau bei diesen Suchanfragen spielt der AI Mode eine zunehmend wichtige Rolle. Google bezieht lokale Antworten aus dem Google Business Profile, kombiniert mit Bewertungen, Öffnungszeiten, Produktdaten und weiteren strukturierten Daten. Wer sein Google Business Profile nicht gepflegt hat, erscheint in der KI-generierten lokalen Übersicht schlicht nicht. Kein Link, kein Klick, keine Sichtbarkeit.
Für ein kleines Unternehmen in Schleswig-Holstein ist das Google Business Profile deshalb im Jahr 2026 wichtiger denn je, eigentlich das wichtigste digitale Schaufenster überhaupt. Die KI zieht lokale Informationen bevorzugt aus dieser Quelle, weil sie strukturierte, verifizierte Daten liefert: genaue Adresse, Öffnungszeiten, Kategorien, Fotos, Bewertungen. Wer hier sauber aufgestellt ist, hat in der lokalen AI-Antwort einen enormen Vorteil gegenüber Wettbewerbern, die nur eine Website ohne Business Profile betreiben.
Hinzu kommt, dass strukturierte Daten auf der Website selbst, sogenannte Schema-Markups, der KI helfen, lokale Entitäten korrekt zu identifizieren. Ein Kieler Restaurant, das auf seiner Website korrekte Schema-Daten für „LocalBusiness“, Öffnungszeiten und Bewertungen hinterlegt hat, gibt der KI einen klaren Referenzpunkt. Das ist keine fortgeschrittene Technik, sondern eine Grundvoraussetzung für Sichtbarkeit im AI-Zeitalter.
Die Unternehmen in Schleswig-Holstein, die das verstehen, befinden sich in einer günstigen Ausgangslage: Der Wettbewerb um lokale AI-Sichtbarkeit ist noch jung. Wer jetzt handelt, besetzt Positionen, die in zwei Jahren schwer zu verdrängen sein werden, weil Autorität und Vertrauen Zeit brauchen, um aufgebaut zu werden.
Konkret umgesetzt: Wie du jetzt auf den AI Mode reagierst
Der häufigste Fehler ist Abwarten. Viele Unternehmen beobachten die Entwicklung, warten auf klare Richtlinien von Google, und optimieren in der Zwischenzeit weiter wie bisher, also auf Keywords und Rankingpositionen. Das Problem: Wer wartet, bis der Traffic einbricht, kämpft aus der Defensive.
Die sinnvollere Strategie ist proaktiv und folgt einer klaren Logik.
Schritt 1: Inhalte neu denken
Bestehende Inhalte sollten auf eine wichtige Frage hin geprüft werden: Beantwortet diese Seite eine klare, spezifische Nutzerintention, und tut sie das besser als alle vergleichbaren Quellen? Wenn eine Seite nur allgemeine Informationen zusammenfasst, die die KI auch aus zehn anderen Quellen ziehen kann, ist sie kein attraktives Zitationsziel. Seiten mit eigenen Daten, konkreten Beispielen, praktischen Anleitungen oder spezifischer lokaler Expertise werden bevorzugt zitiert.
Schritt 2: Struktur für KI lesbar machen
KI-Systeme bevorzugen klare Antwortstrukturen. Lange Einleitungen, die erst nach drei Absätzen zur Kernaussage kommen, sind suboptimal. Stattdessen sollte der Inhalt direkt antworten, dann erklären und belegen. Zwischenüberschriften sollten die eigentliche Frage enthalten, die ein Nutzer stellen würde. Dieser Beitrag selbst ist so aufgebaut: Wer fragt „Was ist der Google AI Mode?“, findet die Antwort unter einer Überschrift, die genau das kommuniziert.
Schritt 3: Autoritätssignale aufbauen
E-E-A-T ist im GEO-Kontext kein Buzzword, sondern Infrastruktur. Autorenprofile mit nachweisbarer Expertise, externe Verlinkungen von glaubwürdigen Branchenquellen, Erwähnungen in Fachmedien und konsistente Veröffentlichungen über Zeit signalisieren der KI, dass eine Quelle vertrauenswürdig ist. Für Unternehmen in Schleswig-Holstein kann das konkret bedeuten: Präsenz in lokalen Medien, Kooperationen mit der Industrie- und Handelskammer oder Fachverbänden, und gut sichtbare Autoren-Bios auf der eigenen Website.
Schritt 4: Google Business Profile auf den neuesten Stand bringen
Wie im lokalen Abschnitt beschrieben: Das Business Profile ist der direkteste Hebel für lokale AI-Sichtbarkeit. Vollständige Angaben, aktuelle Öffnungszeiten, regelmäßige Fotos, und vor allem aktiv gesammelte und beantwortete Bewertungen sind keine Nice-to-haves mehr.
Schritt 5: Performance messen und neu interpretieren
Wer bisher ausschließlich auf organische Klicks aus der Suche geschaut hat, wird falsche Schlüsse ziehen. Im AI-Mode-Zeitalter gibt es neue Metriken, die relevant werden: Wie oft wird die Website als Quelle zitiert? Wie hoch ist der Traffic aus AI-Referrals? Welche Inhalte performen in den AI-Antworten? Diese Fragen erfordern neue Reporting-Strukturen, aber sie geben ein realistischeres Bild der tatsächlichen digitalen Sichtbarkeit.
Bezahlte Werbung im AI Mode: Was sich für Google Ads ändert
Ein häufig übersehener Aspekt: Der AI Mode ist nicht werbefrei. Google hat Anzeigen direkt in die AI Overview-Antworten integriert, und diese Entwicklung schreitet voran. Wer bisher auf bezahlte Suchanzeigen gesetzt hat, muss verstehen, dass auch diese Anzeigen jetzt in einem anderen Kontext erscheinen, eingebettet in eine AI-generierte Antwort statt als separater Block über den organischen Ergebnissen.
Für Google Ads-Kampagnen bedeutet das: Die Qualität der Landingpage wird noch wichtiger, weil Nutzer, die über eine AI-Antwort kommen, bereits besser informiert sind. Sie haben oft schon eine synthetisierte Übersicht zu ihrem Thema erhalten und kommen mit konkreteren Erwartungen. Eine Landingpage, die diese Erwartungen nicht erfüllt, erzeugt hohe Absprungraten.
Performance Max-Kampagnen, die Google-intern auf KI-Signalen basieren, profitieren von der Verbindung mit gut optimierten Inhalten. Je kohärenter das Bild einer Marke im Netz ist, also Website, Business Profile, Bewertungen, Inhalte, desto besser kann Googles KI diese Marke auch in bezahlten Kontexten zielgenau ausspielen.
Der AI Mode ist also nicht nur ein SEO-Thema. Er ist ein gesamtheitliches Marketing-Thema, das die Art verändert, wie organische und bezahlte Sichtbarkeit zusammenspielen.
Warum die Meinungen über den AI Mode so weit auseinandergehen
Wer Online-Marketing-Blogs und Fachdiskussionen verfolgt, stößt auf eine merkwürdige Spaltung: Auf der einen Seite Berichte über katastrophale Traffic-Einbrüche, Publisher-Klagen, und Forderungen nach kartellrechtlichen Untersuchungen. Auf der anderen Seite Optimismus, Berichte über wachsenden AI-Traffic und die These, dass der Wandel für gute Inhalte letztendlich vorteilhaft ist.
Beide Seiten haben Recht, aber nicht für alle Websites gleichzeitig. Die Realität ist: Der AI Mode bestraft eine sehr spezifische Art von Content aggressiv, nämlich schlichtes Informations-Recycling ohne eigene Perspektive, ohne Tiefe und ohne echten Mehrwert. Genau dieser Content hatte in der klassischen Suche durch Keyworddichte und Linkbuilding oft trotzdem gut gerankt. Jetzt nicht mehr.
Inhalte, die hingegen echte Expertise demonstrieren, spezifische Probleme lösen, eigene Daten einbringen oder lokale Relevanz haben, bleiben nicht nur sichtbar, sie werden zitiert. Und ein Zitat in einer AI-Antwort hat eine andere Qualität als ein Klick aus der klassischen Suche: Der Nutzer hat die Antwort gesehen, die Quelle wahrgenommen, und kommt mit einer klaren Erwartungshaltung auf die Website, wenn er weiterklickt. Das sind qualitativ hochwertigere Besucher.
Die Penske-Kritik an Google, das Unternehmen erzwinge de facto eine Zustimmung zur Nutzung von Inhalten in AI-Antworten als Voraussetzung für reguläre Indexierung, ist eine legitime rechtliche Debatte. Sie ändert aber nichts an der operativen Realität: Solange Google die dominierende Suchmaschine bleibt, ist die Anpassung an ihre Regeln die pragmatischste Strategie für Unternehmen jeder Größe.
Der Blick nach vorn: Was der AI Mode langfristig für Online Marketing bedeutet
Der AI Mode ist keine Endstation, sondern ein Zwischenschritt. Mit den Search Agents, die auf dem Google I/O 2026 vorgestellt wurden, nähert sich Google einem System an, in dem die Suche proaktiv, personalisiert und kontinuierlich wird. Nutzer werden nicht mehr suchen, sie werden informiert. Das verändert die Beziehung zwischen Marke und Nutzer fundamental.
Für Unternehmen in Schleswig-Holstein, die lokal verwurzelt sind und persönliche Beziehungen zu ihren Kunden pflegen, liegt darin eine Chance: Lokale Expertise, authentische Stimmen und spezifisches Wissen über die Region sind genau die Qualitäten, die KI-Systeme bevorzugen, weil sie in dieser Form nicht aggregierbar sind. Was ein Kieler Unternehmensberater über die spezifischen Herausforderungen des norddeutschen Mittelstands weiß, ist einzigartig und damit zitierwürdig.
Das Rennen um AI-Sichtbarkeit ist kein Sprint für globale Content-Fabriken, die tausende generische Artikel produzieren. Es ist ein Marathon für Unternehmen, die echtes Wissen haben, echte Antworten geben und echte Verbindungen zu ihren Zielgruppen aufgebaut haben. Genau diese Qualitäten gewinnen in einer Welt, in der KI die Standardantwort gibt, an Wert.
Die wichtigste Entscheidung, die du jetzt treffen kannst
Abwarten ist keine Strategie. Den AI Mode zu ignorieren und weiter wie 2022 zu optimieren führt über kurz oder lang zu einem Traffic-Einbruch, der schwer aufzuholen ist, weil Autoritätssignale Zeit brauchen und nicht rückwirkend aufgebaut werden können.
Die sinnvolle Alternative ist eine ehrliche Bestandsaufnahme: Welche Inhalte auf deiner Website verdienen es, als Quelle zitiert zu werden? Welche Seiten beantworten eine echte Frage besser als jede andere? Wo steht dein Google Business Profile, und ist es auf dem Stand, den die KI braucht, um dein Unternehmen korrekt darzustellen?
Diese Fragen sind keine technischen, sondern strategische. Sie erfordern ein Umdenken, das mehr mit Qualitätsjournalismus und echter Expertise zu tun hat als mit Keyword-Dichte und Linkbuilding. Für Unternehmen, die sich dieser Herausforderung früh stellen, öffnet der AI Mode eine Tür: Sie können in ihrer Nische, in ihrer Region, zu ihren Themen eine Autorität werden, die die KI immer wieder zitiert, bevor Wettbewerber das Spiel überhaupt verstanden haben.
Wenn du wissen willst, wie deine Website für den AI Mode aufgestellt ist und welche konkreten Schritte für dein Unternehmen in Schleswig-Holstein sinnvoll sind, dann ist jetzt der richtige Moment für ein Gespräch. Bei pagebotics.de analysieren erfahrene Online-Marketing-Experten deine aktuelle Sichtbarkeit und entwickeln eine Strategie, die im KI-Zeitalter trägt.
Häufige Fragen zum Google AI Mode
Der Google AI Mode ist ein KI-gestützter Suchmodus, der statt klassischer Linklisten eine zusammengefasste, konversationelle Antwort auf Suchanfragen generiert. Er nutzt Googles Gemini-KI und ist seit Oktober 2025 in Deutschland verfügbar. Ziel ist eine direktere, tiefere Beantwortung komplexer Suchanfragen.
Nein, nicht pauschal. Websites mit generischen, austauschbaren Inhalten verlieren. Websites, die als Quellen in AI-Antworten zitiert werden, gewinnen sogar, da AI-referenzierter Traffic um 527 Prozent im Jahresvergleich gestiegen ist. Entscheidend ist, ob dein Content die Qualitätsanforderungen der KI erfüllt.
GEO (Generative Engine Optimization) ist die Optimierung von Inhalten für die Sichtbarkeit in KI-generierten Antworten. Klassisches SEO optimiert auf Suchmaschinen-Rankings, GEO optimiert auf Quellenauswahl durch KI-Systeme. Beides ergänzt sich, aber GEO legt mehr Gewicht auf Tiefe, Struktur und nachweisbare Expertise.
Das Google Business Profile ist der wichtigste Hebel für lokale AI-Sichtbarkeit. Vollständige, aktuelle Daten, Fotos, Bewertungen und strukturierte Daten auf der Website sind entscheidend, weil die KI lokale Antworten bevorzugt aus diesen Quellen generiert.
Ja. Google hat Anzeigen direkt in AI Overview-Antworten integriert. Das verändert den Kontext, in dem Anzeigen erscheinen, und erhöht die Anforderungen an Landingpage-Qualität, da Nutzer aus AI-Antworten bereits besser informiert sind und mit konkreteren Erwartungen kommen.
Aktuelle Quellenhinweise: Sistrix-Daten zur CTR, Reuters Institute Publisher-Studie, Previsible AI Traffic Report 2025, Graphite-Analyse 2026, Google I/O 2025 und 2026 Ankündigungen, Search Engine Land GEO-Guide 2026.